Die Bauwirtschaft als innovativer Motor zur Bewältigung der Energiewende

Zum 1. Januar 2016 wurde durch die EnEV eine Anhebung der Neubauanforderungen wirksam. Welche Auswirkungen die Anhebung der Standards haben und welche politischen Ziele die Bundesregierung im Rahmen der Energiewende in Bezug auf Bau- und Sanierungskonzepte mittelfristig verfolgt - dies war Thema eines Pressegespräches im Bachl Energieeffizienzhaus Plus in Deggendorf-Natternberg am 18. April 2016 mit Florian Pronold, Mitglied des Deutschen Bundestages und Landesvorsitzender der BayernSPD, Unternehmer Karl Bachl, Michael Küblbeck, Geschäftsführer der Karl Bachl Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG, Prof. Dr. Andreas H. Holm, Leiter des Forschungsinstituts für Wärmeschutz in München, und Dr. Klaus Ries, VP Business Management BASF.
Karl Bachl ging einleitend auf das Ergebnis des wissenschaftlichen Monitorings für das Energieeffizienzhaus Plus ein, das den Überschuss an erzeugter Energie im Vergleich zu verbrauchter Energie eindrucksvoll dokumentiert. „Die Bauindustrie ist heute in der Lage, die Standards mehr als zu übertreffen“, bekräftigte Karl Bachl. „Würde in den bereits möglichen Standards gebaut, wäre das ehrgeizige Projekt Energiewende alleine durch die Bauwirtschaft zu einem großen Teil gedeckt.“
„Es geht nicht allein darum, wie das Klima geschont werden kann, sondern auch, wie man möglichst energieneutral neuen Wohnraum schaffen kann“, so Florian Pronold. „Wenn wir über die EnEV reden, so betrifft das in der Regel den Bereich des Neubaus. Jedoch liegt das größte Potential im Bestand, wo somit auch die größten Fortschritte in der Einsparung von Energie erzielt werden könnten.
Wir müssen den Euro effizient einsetzen. Ziel muss immer sein, CO2-Einsparung und Bezahlbarkeit zusammenzubringen. Wir sind uns einig, dass die Sanierungsquote in Deutschland viel zu niedrig ist. Wenn wir weiterkommen wollen, brauchen wir keinen Rückschritt, sondern intelligente und flexible Lösungen für die Zukunft. Diese Lösungen werden für den Neubau anders aussehen als für Sanierungen.“
Karl Bachl ging auf die zukünftige Position der Bundesregierung zu kommenden Energiestandards für Gebäude ein. „Für die Bauwirtschaft ist es wichtig zu wissen, wie ernsthaft die Erfüllung der Klimaziele durch die Bundesregierung verfolgt wird. Es steht außer Frage, dass durch effektive Sanierungsmaßnahmen nicht nur energiepolitische Vorgaben erfüllt werden, sondern auch ein enormer volkswirtschaftlicher Erfolg zu Buche schlägt. Die Bauwirtschaft als innovativer Motor in der Bewältigung der Energiewende braucht jedoch Sicherheit, um langfristige Planungen vorantreiben zu können.“
Pronold versicherte, dass man sich einig sei, dass in den nächsten Jahren sowohl im Neubau als auch im Bestand umfangreiche Maßnahmen notwendig sein werden.
„Ich bin mir sicher, dass es keinen Rückschritt in der Frage der Standards geben wird. Wir werden den Weg weitergehen, die Gebäude-CO2-Bilanz und die Energieeffizienz zu verbessern und die Förderung von Ideen zur serienreifen Bauweise für bezahlbare Immobilien zu forcieren.“
Foto: Zum Thema „Bauen im Zeichen der Energiewende“ diskutierten v.l.: Karl Bachl, Prof. Dr. Andreas H. Holm, FIW, Florian Pronold, Dr. Klaus Ries, BASF und Michael Küblbeck.
















